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TU Berlin

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Patientenbeobachtung und Besuch im SanAktiv Sanitätshaus

Studentinnen und Studenten, die in den letzten beiden Semestern die Fächer „Grundlagen der Rehabilitationstechnik“ und „Mechanische Hilfsmittel zur Rehabilitation“ besuchten, hatten im Rahmen der Vorlesungen sowohl die Möglichkeit einmal mit Behinderten zu sprechen als auch ein Sanitätshaus zu besuchen. Da sie für diese beiden Veranstaltungen keine Protokolle anfertigen mussten, haben Paul Brankatschk, Lisa Granzow, Robert Janz, Jakob Krüger, Alexander Krump, Katharina Litka und Menja Scheer gemeinsam folgenden Text über diese Veranstaltungen geschrieben:

„... hat gezeigt, wie wichtig neben einer guten prothetischen Versorgung ein offenes Ohr ist.“

Patientenbeobachtung und Besuch im SanAktiv Sanitätshaus

Im Rahmen der Module „Grundlagen der Rehabilitationstechnik“ und „Mechanische Hilfsmittel zur Rehabilitation" erhielten die Studentinnen und Studenten der Biomedizinischen Technik die Möglichkeit, eine Vorstellung von dem Leben von Patienten mit einer Behinderung und den damit verbundenen Alltagsschwierigkeiten zu bekommen. Außerdem konnten sie den Arbeitsalltag in der technischen Orthopädie im Sanitätshaus SanAktiv begleiten und kennenlernen.

Bei dem Zusammentreffen mit einigen Patienten verschiedenster Behinderungen ging es nicht nur um die verwendeten Hilfsmittel sondern auch um den Alltag mit diesen Hilfsmitteln. Die Patienten beschrieben die Schwierigkeiten mit den Kostenträgern, um die bestmögliche Hilfsmittelversorgung zu bekommen und, dass sie immer selbst sehr gut über neue Technologien informiert sein müssen. Es wurde aber auch über die Gefühle und Ängste gesprochen, die sie nach der Amputation oder dem Unfall hatten und wie wichtig es ist, sich schon während des Aufenthaltes in einer Rehabilitationsklinik um das Leben danach zu kümmern. Dort stand ihnen ein Sozialberater zur Seite, der sich beispielsweise um eine rollstuhlgerechte Wohnung gekümmert hat. Denn es gibt so viele Dinge, die beachtet werden müssen, an die der Patient nach so einem Schicksalsschlag aber noch gar nicht denken kann bzw. will. Außerdem wurde auch über den behindertengerechten Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass besonders im Winter die Zustände stellenweise mehr als mangelhaft sind. Beispielsweise musste ein Rollstuhlfahrer längere Zeit draußen in der Kälte sitzen, weil er nicht mehr in die überfüllte Bahn hinein passte oder keine Einstiegshilfe und auch kein Bahnpersonal am Bahnsteig zu finden war. Das Gespräch hat einen sehr guten Einblick in das Leben von Behinderten gegeben und gezeigt, wie wichtig neben einer guten prothetischen Versorgung ein offenes Ohr ist. Denn nur wenn der Patient auf den Rückhalt und die Unterstützung von Familie und Freunden zählen kann, hat er auch die Motivation immer weiter zu kämpfen.

Bei dem Besuch im SanAktiv Sanitätshaus wurde das in der Vorlesung theoretisch vermittelte Wissen noch einmal sehr gut praktisch dargestellt und somit weiter gefestigt. Es wurde deutlich, dass in erster Linie eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Betroffenen und dem Orthopädietechniker die Basis einer guten prothetischen Versorgung bildet. Weiterhin ist die Kooperation mit den Krankenversicherungen maßgebend für eine ausreichende und schnellstmögliche Versorgung des Betroffenen. Während des Besuchs wurde der Versorgungsablauf, beginnend beim Erstellen des Profilerhebungsbogens über die einzelnen Arbeitsschritte der Prothesenfertigung, insbesondere die Schaftfertigung und Stumpfbettung, bis hin zur Anprobe und Gangschule des Prothesenträgers detailliert vorgestellt. Zudem wurden auch unterschiedliche Prothesenmodelle mit Vor- und Nachteilen bei der Versorgung vorgestellt. Ein interessanter Aspekt war, dass aktive Prothesen der oberen Extremitäten deutlich weniger von den Betroffenen akzeptiert werden als Prothesen für die unteren Extremitäten. Hier werden oft ausschließlich kosmetische Prothesen eingesetzt und die Funktion, bei einseitig Amputierten, von der erhaltenen Hand und dem Stumpf übernommen.

Während der Führung erhielten die Studenten die Möglichkeit, Fragen bezüglich der Fertigung sowie über Vor- und Nachteile der einzelnen Prothesen- und Schaftarten zu stellen. Aber auch Vorschläge zur Verbesserung der Prothesen (z.B. hinsichtlich des Anlegens der Prothese) seitens der Orthopädietechniker kamen zur Sprache, sodass ein vielfältiger Informationsaustausch zu Stande kam.

Abschließend ist zu sagen, dass der Besuch im SanAktiv Sanitätshaus und auch die Patientenbeobachtung eine sehr gute Ergänzung zu den in der Vorlesung behandelten Themen waren und sowohl Grundprinzipien als auch Problemstellungen der prothetischen Versorgung einmal aus einem anderen Blickwinkel verdeutlicht wurden.

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