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TU Berlin

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Forschungsbereich Aufbereitung von Medizinprodukten

Mit der Zunahme der im Gesundheitswesen erbrachten Leistungen sind stetig steigende Kosten verbunden. Die Gründe für diese Leistungszunahme sind vielfältig: u. a. tragen die demographischen Veränderungen, eine Zunahme chronischer und chronisch-degenerativer Erkrankungen sowie die immer besser werdenden Behandlungsmöglichkeiten gerade dieser Erkrankungen, die den Betroffenen ein längeres Leben mit der Krankheit und damit auch einen längeren Behandlungsbedarf bescheren, maßgeblich dazu bei. Wachsende Erwartungen und Ansprüche an das System der Gesundheitsversorgung und seine Möglichkeiten dürften ebenfalls eine Rolle spielen. Zusätzlich steigen mit der Verfügbarkeit neuer Methoden und Technologien die Anforderungen und Erwartungen an die Qualität einer medizinischen Behandlung, womit methoden- und technologieabhängig ebenfalls eine Kostenprogression verbunden sein kann.

Der in der Sozialgesetzgebung verankerte Anspruch auf eine „dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechende Versorgung der Versicherten“ steht im Spannungsfeld mit seiner zunehmend eingeschränkten Finanzierbarkeit. So legt das SGB V im § 70 auch fest: „Die Versorgung der Versicherten muss ausreichend und zweckmäßig sein, darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten und muss in der fachlich gebotenen Qualität sowie wirtschaftlich erbracht werden.“ Dieses Wirtschaftlichkeitsgebot (auch in § 12 SGB V) wird durch die Einführung des DRG-basierten Fallpauschalen-Abrechnungssystems, welches bei der Finanzierung medizinischer Maßnahmen durch den Kostenträger nicht die Erstattung der tatsächlichen Ausgaben, sondern einen diagnoseabhängigen Festbetrag vorsieht, besonders konsequent umgesetzt. Leistungserbringer, denen es gelingt, medizinische Maßnahmen preiswert und effektiv bei gleicher oder sogar steigender Qualität zu realisieren, haben durch die resultierende Differenz zwischen tatsächlichem Aufwand und erstattetem Festbetrag einen Gewinn. Andere Leistungserbringer arbeiten unwirtschaftlich und werden mit dem zunehmenden Wettbewerb im Gesundheitswesen langfristig nicht bestehen können.

Die Grenze der „fachlich gebotenen Qualität“ ist nicht immer genau zu definieren und wird mit dem Anwachsen der medizinischen Erkenntnisse immer weiter verschoben. Um im gleichen Kostenrahmen eine immer bessere Versorgung zu gewährleisten, muss die Behandlung effektiver werden. Möglichkeiten dazu bestehen einerseits in einer Senkung der Kosten von Arzneimitteln und des eingesetzten medizinischen Instrumentariums bzw. technischer Geräte und andererseits in der Reduzierung der Behandlungs- und Pflegezeiten und des Personalaufwands. Eine Senkung der Kosten eines Geräte- bzw. Instrumenteneinsatzes pro Behandlung ist durch die Ausschöpfung aller Möglichkeiten ihrer Aufbereitung und ihres erneuten hygienisch und technisch-funktionell sicheren Einsatzes erreichbar.

Zu den Medizinprodukten, die besonders hohe Anforderungen an ihre Aufbereitung stellen, gehören zahlreiche Chirurgieinstrumente, auch so genannte „Langschaftinstrumente“ für die minimal-invasive Chirurgie. Deren Reinigung kann kritisch sein, da sie enge und langgestreckte, oft nicht einsehbare Lumen enthalten.

Eine mechanische Reinigung von Oberflächen, auch innerhalb von Hohlräumen, kann durch Schalleinwirkung verbessert werden. So erzeugt Ultraschall in einem flüssigkeitsgefüllten Reinigungsbad unter geeigneten Randbedingungen (abhängig u.a. von Intensität, Frequenz, Abstrahlcharakteristik) an geeigneten Oberflächen Kavitationserscheinungen (abhängig u.a. von Erreichbarkeit, Elastizität, Dichte, Schallgeschwindigkeit im Medium). Diese bewirken große lokale Druckdifferenzen und haben durch ihren Impuls bei der Implosion von Dampfbläschen eine reinigende Wirkung auf der Oberfläche. Am Fachgebiet Medizintechnik werden neue Ultarschall- Reinigungsverfahren für Chirurgieinstrumente und Katheter entwickelt.

Zur Aufbereitung von Medizinprodukten gehört auch der Nachweis der uneingeschränkten technisch-funktionellen Sicherheit, der in der Regel nur durch Anwendung von Prüfverfahren erbracht werden kann. Die Entwicklung neuer Prüfverfahren für aufbereitete Medizinprodukte, war und ist Inhalt weiterer Forschungsprojekte am Fachgebiet Medizintechnik.

Nähere Informationen zu den aktuellen Forschungsprojekten finden Sie hier.

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